die Namensgeberin

1905 am 9.November wurde Erika Julia Hedwig Mann als erstes Kind von Thomas und Katja Mann in München geboren. Es folgten fünf Geschwister, von denen Klaus Mann ihr zeitlebens am engsten verbunden war. Schon in frühen Kinderjahren las sie heimlich Werke ihres Vaters und entdeckte eine grosse Leidenschaft für Theaterspiele. Nach den Besuch einer Privatschule ging Erika Mann aufs Gymnasium und gründete schon mit 14 Jahren den “Laienbund deutscher Mimiker”. Mit Freunden und Freundinnen inszinierte sie Stücke von Lessing, Molière und Shakespeare.Publikum waren die Familie, die Nachbarn und die Freunde des Hauses.

1924 im März machte sie ihr Abitur ging zum Schauspielstudium nach Berlin. Es folgen Engagements in Bremen, Frankfurt, München und Berlin.

1928 Seit 1928 schrieb sie für Zeitungen und Zeitschriften Glossen und Feuilletons. “Rundherum”, das Abenteuer einer Weltreise, erschien 1929. Anschließend folgten Kinderbücher, mit denen sie die Kritiker stets überzeugen konnte. “Stoffel fliegt übers Meer” (1932) ” “Jans Wunderhündchen” (Uraufführung 1931) “Muck, der Zauberonkel” (1934) “A gang of ten” (1942) “Die Zaubervögel” (Serie 1953-1955)

1933 Von der politischen Entwicklung in Deutschland war sie angeekelt und abgestoßen. In den Kindern sah sie noch das aufmerksamste Publikum. Am 1.1.1933 eröffnete sie in München ihr politisches Kabarett “Die Pfeffermühle” , deren Texterin, Ansagerin, Organisatorin und publizistische Verteidigerin sie bis 1937 war. Mit den politisch umgedichteten Märchen der Brüder Grimm, mit bissigen Chansons, Sketchen und Grotesktänzen machte man Front gegen Arbeitslosigkeit, Indifferenz, Dummheit und Brutalität. Die Gestapo wird aufmerksam, man macht sich Notizen, plant ihre Ausbürgerung, überwacht und bespitzelt sie.

1933 Das Ensemble emigriert 1933 in die Schweiz, 1936 nach Amerika. Dort löste sich das Ensemble auf. Auf den Gastspielen und Tourneen versuchte Erika Mann den satirischen Kampf gegen Hitler zu führen und für das Überleben der Zivilisation und der Humanität einzutreten.

1938 Als Lehrende, Vortragsreisende, Mitarbeiterin der BBC sowie als Kriegskorrespondentin der amerikanischen Armee setzte sie ihren Kampf gegen Hitler fort. “Zehn Millionen Kinder-Erziehung im Dritten Reich” (1938),”The Lights go down” (1940), “Escape to Life” (1939) “The other germany” (1940)

1952 Erika Mann übersiedelte 1952 wieder nach Europa. In der Schweiz, in Zürich, intensivierte sie ihre Zusammenarbeit mit dem Vater. Sie kürzte und redigierte Thomas Manns Manuskripte, beriet ihn in politischen Fragen, begleitete ihn auf Reisen. Nach dem Tod ihres Vaters 1955 betreute sie seinen Nachlass, schrieb Drehbücher für die Verfilmung seiner Romane und editierte seine Briefe. Ebenso kümmerte sie sich um das Werk ihres 1949 verstorbenen Bruders Klaus. Eigene Werke wie eine Autobiographie oder ein Buch über die “Pfeffermühle” verwarf sie, weil sie die Werke des Vaters und des Bruders für vordringlich hielt.

1969 Arbeitsüberlastung und Krankheit führten am 27.August 1969 zum Tode.